Die Omega Memomatic: für pünktliche Uhrenbegeisterte

Omega Uhren aus den 70ern erfreuen sich heute grosser Beliebtheit. Dabei werden oft die Speedmaster-Modelle oder die Taucheruhren ins Rampenlicht gestellt. Es gibt jedoch einige andere Modelle, die unter leidenschaftlichen Sammlern gesucht sind und bei denen es sich genauso lohnt, etwas genauer unter die Lupe zu blicken.

So zum Beispiel die Omega Memomatic aus der Seamaster-Familie. Diese Uhr kam zum ersten Mal anfangs der 70er auf den Markt und ist mit ihrem bulligen Design noch heute eine Augenweide. Sie wurde in vier verschiedenen Ausführungen auf den Markt gebracht und insgesamt wurden ca. 35’000 Stück produziert. Der Konstrukteur der Uhr, Raoul-Henri Erhard, hat dafür das Kaliber 980 entwickelt, welches nur ein Federhaus besitzt – eine damalige Weltneuheit für eine Uhr mit Weckfunktion. Um die Ganggenauigkeit zu gewährleisten, benutzt der Wecker maximal eine Umdrehung des Federhauses. Nach einer Stunde kann der automatische Aufzug wieder genug Kraft generieren, um den Wecker erneut zum Klingen zu bringen. Wird der Wecker früher benötigt, muss dem Federhaus durch das manuelle Aufziehen über die Krone Kraft zugeführt werden. Eine weitere Neuheit war, dass man den Wecker auf die Minute genau auslösen konnte. Zu diesem Zweck sind auf dem Zifferblatt zwei Scheiben integriert, eine mit einem aufgedruckten Dreieck, die andere mit zwei parallel verlaufenden Linien. Erstere zeigt die auszulösende Stunde an, letztere die Minute.

Da die Memomatic der Seamaster Familie entspringt, besitzt sie ein wasserdichtes Gehäuse, welches einem Druck von 30 bar Stand hält. Durch das dichte Gehäuse wird der Ton des Alarms stark gedämpft. So wurde die Uhr nicht als Wecker für das morgendliche erwachen beworben, sondern vielmehr als Gedächtnisstütze im Alltag. Hierzu ein Zitat aus der Originalen Werbung von Omega: «Obwohl die Uhr wie ein Miniatur-Wecker läutet, tönt sie diskret, um Sie an Ihren nächsten Termin zu erinnern – bis Sie den Alarm durch betätigen des Drückers stoppen. Falls der Alarm während einer Sitzung losgeht, fallen Ihre Kollegen nicht vor Schreck aus dem Stuhl. Vielmehr werden Sie als eine Person bei der die Minute zählt wahrgenommen.»